Herbstbeet anlegen: Dieses Gemüse kannst du im September noch anbauen

Herbstbeet anlegen: Dieses Gemüse kannst du im September noch anbauen

Wenn im September die ersten Beete langsam leer werden, fühlt es sich ein bisschen so an, als würde die Gemüsegartensaison zu Ende gehen.

Die Tomaten werden weniger, Gurken und Zucchini verabschieden sich irgendwann, die ersten Beete sind abgeerntet – und plötzlich steht da freie Erde.

Aber: Das muss noch lange nicht das Ende deines Gemüsejahres sein.

Gerade jetzt kannst du frei gewordene Flächen noch einmal nutzen und Gemüse für den Herbst, Winter und teilweise sogar das kommende Frühjahr anbauen. Einige Kulturen mögen die kühleren Temperaturen sogar deutlich lieber als die sommerliche Hitze.

Und das Schöne daran: Du musst dafür kein neues Beet anlegen. Meist reicht ein Beet, das gerade durch die Sommerernte frei geworden ist.

Herbstbeet im September mit Gemüse im Garten

Im September ist im Gemüsegarten noch lange nicht Schluss.


Inhaltsverzeichnis

  • Warum sich ein Herbstbeet lohnt
  • Was kann ich im September noch aussäen?
  • Das Wichtigste beim Herbstbeet: die Zeit
  • Herbstbeet anlegen: So gehst du vor
  • Ein kleiner Trick: Nicht alles gleichzeitig aussäen
  • Herbstbeet im Hochbeet oder normalen Gartenbeet?
  • Was mache ich bei Frost?
  • Was jetzt noch nicht gepflanzt werden sollte
  • Mein Herbstbeet für Anfänger
  • Und was passiert mit den Beeten, die trotzdem leer bleiben?
  • Mein wichtigster Tipp für dein Herbstbeet
  • Fazit: Das Gemüsejahr ist noch nicht vorbei


Warum sich ein Herbstbeet lohnt

Ein Gemüsebeet muss nicht von April bis August funktionieren und danach bis zum nächsten Frühjahr leer stehen.

Mit einer guten Nachkultur kannst du die Fläche deutlich länger nutzen.

Viele typische Herbst- und Wintergemüse kommen mit sinkenden Temperaturen gut zurecht. Feldsalat, Spinat, Winterpostelein, Asia-Salate oder bestimmte Wintersalate können noch im Spätsommer beziehungsweise Frühherbst ausgesät oder gepflanzt werden.

Andere Kulturen wie Grünkohl, Rosenkohl, Lauch oder bestimmte Kohlarten wurden schon deutlich früher im Jahr ausgesät oder gepflanzt und stehen jetzt bereits im Beet. Sie begleiten dich dann durch die kalte Jahreszeit.

Das bedeutet für deinen Gemüsegarten:

Eine abgeerntete Fläche ist nicht automatisch eine freie Fläche bis zum nächsten Frühjahr. Sie kann der Anfang deiner nächsten Ernte sein.

Frei gewordenes Gemüsebeet nach der Sommerernte

Ein abgeerntetes Beet muss nicht bis zum Frühjahr leer bleiben.


Was kann ich im September noch aussäen?

Hier lohnt sich ein genauer Blick auf den Zeitpunkt.

Im September werden die Tage bereits deutlich kürzer. Deshalb wächst Gemüse jetzt langsamer als im Sommer. Gleichzeitig ist der Boden oft noch angenehm warm und die Temperaturen sind für viele Blattgemüse wesentlich angenehmer.

Besonders interessant sind jetzt:

Gemüse

September-Aussaat

Ernte

Feldsalat

sehr gut

Herbst/Winter/Frühjahr

Spinat

je nach Sorte und Zeitpunkt

Herbst/Winter/Frühjahr

Radieschen

früh im September

Herbst

Asia-Salate

früh im September

Herbst/Winter

Winterpostelein

je nach Sorte/Standort

Winter/Frühjahr

Winterportulak

möglich

Winter/Frühjahr

Pflücksalat

frühe September-Aussaat möglich

Herbst

Rucola

frühe Aussaat möglich

Herbst

Welche Kulturen tatsächlich noch sinnvoll sind, hängt allerdings nicht nur vom Kalenderdatum ab.

Der September ist nicht jedes Jahr gleich.

Ein warmer September kann ganz andere Möglichkeiten bieten als ein kalter, nasser Frühherbst. Deshalb solltest du bei später Aussaat immer auch die Angaben auf der jeweiligen Saatgutpackung beachten.

Übersicht welches Gemüse im September noch ausgesät werden kann

Welche Gemüsearten du im September noch aussäen kannst, hängt vor allem von Sorte, Wetter und Standort ab.


Feldsalat: Der Klassiker für das Herbstbeet

Wenn du im Herbst noch einmal etwas säen möchtest und bisher wenig Erfahrung mit Wintergemüse hast, würde ich mit Feldsalat anfangen.

Er gehört für mich zu den unkompliziertesten Möglichkeiten, ein frei gewordenes Beet noch sinnvoll zu nutzen.

Du kannst ihn direkt ins Beet säen und später die kleinen Rosetten nach Bedarf ernten.

Besonders praktisch ist, dass Feldsalat nicht auf eine große Einzelernte angewiesen ist. Du kannst immer wieder genau das ernten, was du gerade brauchst.

Feldsalat im Herbstbeet im Gemüsegarten

Feldsalat ist eine meiner liebsten Kulturen für frei gewordene Herbstbeete.


Spinat im Herbst anbauen

Auch Spinat ist eine tolle Nachkultur.

Im Hochsommer ist er bei mir eher ein Kandidat für „schnell ernten, bevor er schießt“. Die kühleren Bedingungen im Herbst kommen ihm deutlich mehr entgegen.

Je nach Sorte und Aussaatzeit kannst du Spinat im Herbst ernten oder ihn überwintern lassen. Winterharte Sorten können bei passenden Bedingungen sogar im Frühjahr noch einmal beerntet werden.

Wichtig ist dabei vor allem:

Nicht nur auf das Datum schauen, sondern auf die Sorte.

Es gibt deutliche Unterschiede zwischen Sommer- und Wintersorten. Wenn du gezielt für die kalte Jahreszeit anbaust, solltest du deshalb Saatgut wählen, das ausdrücklich für Herbst- oder Winteraussaat geeignet ist.

Spinat im Herbst im GemüsebeetDie kühleren Temperaturen im Herbst kommen Spinat oft sehr gelegen.


Radieschen, Salat und Asia-Salate

Auch hier kann sich ein Versuch lohnen, besonders, wenn du noch früh im September bist.

Radieschen wachsen bei den kühleren Temperaturen oft sehr schön und können noch eine schnelle Herbsternte liefern.

Asia-Salate sind ebenfalls interessant. Viele Arten wachsen bei niedrigen Temperaturen weiter und können je nach Sorte und Standort sogar über einen längeren Zeitraum beerntet werden.

Bei Salaten würde ich für eine späte Aussaat allerdings nicht einfach irgendeine Sorte nehmen.

Achte auf Sorten, die ausdrücklich für Herbst- oder Winteranbau geeignet sind.

Denn im September ist nicht mehr nur entscheidend, wie schnell eine Pflanze wachsen kann. Sie muss auch mit kurzen Tagen und niedrigen Temperaturen zurechtkommen.


Das Wichtigste beim Herbstbeet: die Zeit

Und hier liegt meiner Meinung nach einer der häufigsten Fehler.

Man denkt:

„Ach, das Beet ist jetzt frei. Das mache ich irgendwann noch.“

Und plötzlich ist Oktober.

Dann wird aus einer unkomplizierten Herbstaussaat eine ziemlich knappe Angelegenheit.

Denn Gemüse braucht im Herbst vor allem eines:

ausreichend Zeit, um sich noch zu entwickeln.

Je später du säst, desto weniger Licht und Wärme stehen den Pflanzen zur Verfügung. Die Tage werden kürzer und das Wachstum verlangsamt sich.

Deshalb würde ich frei werdende Beete nicht erst wochenlang leer stehen lassen.

Wenn die Sommerernte vorbei ist, überlege direkt:

Was kann hier als Nächstes wachsen?

Gemüse im September direkt ins Beet aussäen

Wer frei gewordene Beete direkt wieder nutzt, kann die Herbstsaison deutlich verlängern.


Herbstbeet anlegen: So gehst du vor

Du brauchst dafür keine komplizierte neue Beetkonstruktion.

Im Grunde geht es um eine ganz normale Nachkultur.

Alte Pflanzen entfernen

Räume zunächst das Sommergemüse ab, das endgültig abgeerntet ist.

Gesunde Pflanzenreste können auf den Kompost. Pflanzen, die von Krankheiten befallen sind, gehören dagegen nicht unbedingt auf den eigenen Kompost.

Wichtig ist außerdem: Du musst nicht jedes kleine Pflanzenstück aus dem Beet herausputzen.

Das Beet darf ruhig lebendig aussehen.

Boden nur so viel wie nötig bearbeiten

Nach der Sommerernte ist der Boden häufig noch schön locker.

Um das Bodenleben nicht zu stören verzichte ich aufs Umgraben. Wenn die Erde besonders dich erscheint, lockere ich den Boden mit der Grelinette leicht auf und entferne größere Wurzelreste oder Unkraut.

Kompost statt auf Verdacht düngen

Bevor du neu aussäst, kannst du dem Beet eine dünne Schicht reifen Kompost gönnen.

Aber auch hier gilt:

Nicht jedes Herbstgemüse ist ein Starkzehrer.

Du musst ein Beet für Feldsalat nicht genauso stark düngen wie ein Beet, auf dem vorher Kürbis oder Tomaten standen.

Gerade bei einer Nachkultur lohnt sich deshalb ein kurzer Blick darauf, was vorher auf der Fläche gewachsen ist und was jetzt folgen soll.

Jetzt kommt die eigentliche Beetplanung

Und genau an dieser Stelle merke ich jedes Jahr wieder, warum ich so gerne mit einer richtigen Beetplanung arbeite.

Denn wenn im September plötzlich drei Beete gleichzeitig frei werden, kann man schnell den Überblick verlieren.

Wo stand dieses Jahr Kohl?

Wo waren die Tomaten?

Wo die Zucchini?

Und welche Fläche wollte ich eigentlich für die nächste Kultur freihalten?

Ich plane meine Gemüsebeete deshalb nicht erst dann, wenn ich mit dem Saatgut in der Hand davorstehe.

Ich überlege schon bei der ursprünglichen Beetplanung, welche Kulturen nacheinander auf einer Fläche wachsen können.

Das macht die Sache später viel einfacher.

Und genau dafür liebe ich meinen großen Beetplaner: Nicht weil man unbedingt alles perfekt durchplanen muss, sondern weil man seine Beete einmal schwarz auf weiß vor sich hat und dadurch viel leichter erkennt, welche Fläche wann wieder frei wird.

Gerade bei Nachkulturen ist das Gold wert.

Gemüsebeet für Herbst und Winter planen

Wenn ich weiß, wann eine Fläche wieder frei wird, kann ich die nächste Kultur viel entspannter planen.


Pflanzabstände auch im Herbst nicht vergessen

Eine Sache wird bei späten Aussaaten übrigens gerne unterschätzt:

Auch Herbstgemüse braucht Platz.

Nur weil die Pflanzen langsamer wachsen, bedeutet das nicht, dass man sie einfach enger säen sollte.

Zu dicht stehende Pflanzen trocknen nach Regen schlechter ab und können anfälliger für Krankheiten werden. Außerdem konkurrieren sie um Licht, Wasser und Nährstoffe.

Wenn du bei den Abständen regelmäßig ins Grübeln kommst, ist das übrigens genau der Grund, warum ich den Pflanzmeter entwickelt habe.

Auf ihm findest du Pflanz- und Reihenabstände für viele Gemüsearten direkt auf dem Zollstock.

Ich nehme ihn tatsächlich lieber zur Hand, als jedes Mal irgendwo nachzuschauen:

„Wie viel Abstand wollte Spinat eigentlich noch mal haben?“

Gerade bei einer schnellen Nachsaat ist das praktisch, weil man direkt im Beet messen kann.

Pflanzabstände im Gemüsebeet mit Pflanzmeter messen

Gerade bei Nachkulturen hilft es, die Pflanzabstände schnell direkt im Beet messen zu können.


Ein kleiner Trick: Nicht alles gleichzeitig aussäen

Wenn du genug Platz hast, würde ich nicht unbedingt das komplette Saatgut auf einmal in die Erde bringen.

Stattdessen kannst du beispielsweise zwei kleinere Aussaaten im Abstand von ein bis zwei Wochen machen, natürlich nur solange der jeweilige Aussaatzeitraum das noch zulässt.

Der Vorteil:

Du bekommst nicht alles gleichzeitig erntereif.

Das ist besonders bei Salaten und Radieschen angenehm.

Denn mal ehrlich:

Es ist schön, wenn das Gemüse wächst.

Weniger schön ist es, wenn plötzlich zwölf Salatköpfe gleichzeitig erntereif sind und man gar nicht weiß, wohin damit.


Herbstbeet im Hochbeet oder normalen Gartenbeet?

Beides funktioniert.

Ein Herbstbeet braucht kein Hochbeet.

Wenn du einen guten Gartenboden hast, kannst du deine Herbstkulturen ganz normal ins Freiland säen.

Auch ein Hochbeet eignet sich hervorragend, gerade weil sich der Boden dort im Herbst oft noch etwas länger erwärmt.

Und wer nur wenig Platz hat, kann sogar mit einem größeren Kübel oder Balkonkasten anfangen. Gerade Feldsalat oder einige Asia-Salate eignen sich dafür gut.

Herbstgemüse im Gemüsebeet im September

Auch im Herbst kann ein Gemüsebeet noch richtig vielfältig aussehen.


Was mache ich bei Frost?

Jetzt kommt der Teil, bei dem viele Anfänger nervös werden.

Die erste kalte Nacht.

Minusgrade.

Und plötzlich denkt man:

„Oh Nein, jetzt ist mein ganzes Herbstbeet kaputt.“

Nicht unbedingt.

Viele Wintergemüse sind erstaunlich robust. Feldsalat, Spinat, Grünkohl, Lauch und verschiedene Kohlsorten kommen mit Kälte gut zurecht. Einige Kulturen vertragen sogar Frost und können danach weitergeerntet werden.

Bei empfindlicheren Kulturen kann ein Gartenvlies helfen.

Dabei würde ich aber nicht automatisch bei jedem kleinen Nachtfrost das komplette Beet einpacken.

Beobachte deine Pflanzen.

Und vor allem: Informiere dich über die konkrete Sorte.


Was jetzt noch nicht gepflanzt werden sollte

Ein häufiger Denkfehler beim Herbstbeet ist:

„Wintergemüse kann ich einfach im Herbst aussäen.“

Das stimmt nur teilweise.

Viele klassische Wintergemüse werden nämlich schon deutlich früher im Jahr ausgesät oder gepflanzt.

Grünkohl, Rosenkohl oder Lauch beispielsweise brauchen wesentlich mehr Zeit, als ihnen eine Septemberaussaat geben würde.

Das heißt nicht, dass du im Herbst darauf verzichten musst.

Du kannst entsprechende Jungpflanzen setzen, wenn du welche bekommst.

Aber wenn du jetzt erst anfängst, solltest du zwischen „im Herbst aussäen“ und „im Herbst ernten“ unterscheiden.

Das macht die Planung deutlich realistischer.


Mein Herbstbeet für Anfänger

Wenn du bisher noch kein Herbstgemüse angebaut hast, würde ich es ganz einfach halten.

Du brauchst nicht zehn verschiedene Kulturen.

Nimm ein frei gewordenes Beet und teile es beispielsweise in drei Bereiche:

Bereich 1: Feldsalat
Bereich 2: Spinat
Bereich 3: Asia-Salat oder Winterpostelein

Damit hast du bereits verschiedene Erntezeitpunkte und kannst ausprobieren, was bei dir im Garten besonders gut funktioniert.

Und im nächsten Jahr kannst du darauf aufbauen.

Und was passiert mit den Beeten, die trotzdem leer bleiben?

Auch das ist vollkommen in Ordnung.

Du musst nicht zwanghaft jede freie Fläche bepflanzen.

Wenn die Zeit für eine sinnvolle Aussaat vorbei ist, kann es sogar besser sein, ein Beet mit einer geeigneten Gründüngung zu versehen oder den Boden anderweitig geschützt durch den Winter zu bringen.

Ein Gemüsebeet muss schließlich nicht immer aussehen wie ein voller Erntegarten.

Guter Gartenbau bedeutet nicht, jeden Quadratmeter maximal auszunutzen.

Es bedeutet, die Fläche sinnvoll zu nutzen.

Und manchmal bedeutet das eben auch, einem Beet eine Pause zu gönnen.


Mein wichtigster Tipp für dein Herbstbeet

Wenn du nur eine Sache aus diesem Artikel mitnimmst, dann diese:

Warte nicht darauf, dass der Sommer endgültig vorbei ist.

Sobald ein Beet frei wird, schau dir an, wie viel Zeit dir bis zum Winter bleibt.

Dann frag dich:

  1. Was kann hier jetzt noch wachsen?
  2. Wie lange braucht die Kultur?
  3. Ist eine Aussaat noch sinnvoll oder brauche ich Jungpflanzen?
  4. Wann möchte ich ungefähr ernten?
  5. Was kommt danach?

Genau diese kleinen Entscheidungen machen aus einem einfachen Gemüsebeet irgendwann einen richtig gut funktionierenden Gemüsegarten.

Und plötzlich ist September nicht mehr der Monat, in dem die Gartensaison endet.

Sondern der Monat, in dem schon die nächste Ernte beginnt. 

Herbstgemüse im eigenen Garten ernten

Wenn draußen langsam alles ruhiger wird, wächst im Beet schon die nächste Ernte.


Fazit: Das Gemüsejahr ist noch nicht vorbei

Wenn die ersten Sommerbeete leer werden, lohnt sich deshalb ein zweiter Blick.

Feldsalat, Spinat, Radieschen, Asia-Salate und verschiedene Winterkulturen können dir noch lange nach der klassischen Sommersaison frisches Gemüse liefern.

Du brauchst dafür keinen riesigen Garten und auch keine komplizierte Ausstattung.

Du brauchst vor allem ein bisschen Planung und den richtigen Zeitpunkt.

Und vielleicht ist genau das der schönste Teil am Herbst im Gemüsegarten:

Während draußen langsam alles ruhiger wird, wächst unter und über der Erde schon die nächste Ernte.

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